Antabus online in Österreich

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Informationen über Antabus

Geschätzte Lesezeit: 11 min
Veröffentlicht : 30.05.2026 Aktualisiert : 09.07.2026 Medizinisch geprüft : 18.06.2026
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information. Die Einnahme von Medikamenten wie Antabus (Disulfiram) ist nur nach Rücksprache mit einem Arzt möglich. Selbstmedikation kann lebensgefährlich sein.

Direkte Antwort: Ist Antabus in Österreich rezeptfrei erhältlich?

Nein, Antabus (Disulfiram) ist in Österreich verschreibungspflichtig. Der Erwerb ohne gültiges ärztliches Rezept ist nicht erlaubt und kann rechtliche sowie gesundheitliche Risiken bergen. Jede legale Abgabe erfolgt ausschließlich nach ärztlicher Verschreibung in Apotheken mit Zulassung in Österreich.

Kurzüberblick: Die wichtigsten Fakten zu Antabus

Stoffname Disulfiram
Indikation Alkoholabhängigkeit (Rückfallprophylaxe)
Wirkmechanismus Hemmung der Aldehyddehydrogenase (führt zu Alkohol-Unverträglichkeit)
Anwendungsform Tablette (oral)
Rezeptpflicht Ja (nur auf ärztliches Rezept)
Häufigste Nebenwirkungen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Hautausschlag
Erstattung Teilweise durch Sozialversicherung (je nach Kasse & Indikation)
Preis (geschätzt) ca. 30–60 € für 50 Tabletten (Stand 2026)
  • Antabus darf niemals mit Alkohol kombiniert werden – schon kleine Mengen können schwere Reaktionen auslösen.
  • Die Therapie erfordert medizinische Überwachung und psychosoziale Begleitung.
  • Kauf ohne Rezept ist illegal und gesundheitsgefährdend.
  • Original und Generika sind in Österreich erhältlich.

Wie wirkt Antabus (Disulfiram) im Körper?

Der Wirkstoff Disulfiram wirkt als sogenannter Aversiv-Therapeutikum bei Alkoholabhängigkeit. Im Körper blockiert Disulfiram gezielt das Enzym Aldehyddehydrogenase (ALDH). Nach Alkoholkonsum entsteht im Stoffwechsel zunächst Acetaldehyd, ein Zwischenprodukt, das normalerweise rasch zu ungiftigem Essigsäure abgebaut wird. Durch die Hemmung von ALDH staut sich Acetaldehyd an – bereits geringe Mengen führen so zu unangenehmen Symptomen wie:

  • Gesichts- und Hautrötung
  • Herzrasen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Atemnot
  • starke Kopfschmerzen

Dieser Mechanismus soll den Konsum von Alkohol unattraktiv machen und damit Rückfälle verhindern. Wichtig: Das Medikament entfaltet seine Wirkung ausschließlich in Verbindung mit Alkohol – bei vollständiger Abstinenz bleibt der Effekt aus.

Vereinfacht gesagt: Antabus „bestraft“ Alkoholkonsum durch starke Unverträglichkeitsreaktionen – quasi wie ein Schutzmechanismus des Körpers gegen Rückfälle.

Wirkungsbeginn: Bereits 12–24 Stunden nach Einnahme von Disulfiram ist das Enzym blockiert. Die maximale Wirkung hält bis zu 1–2 Wochen nach der letzten Einnahme an (EMA).

Mythos vs. Realität: Mythos: „Antabus ersetzt eine Therapie.“ Realität: Ohne begleitende Suchttherapie ist die Rückfallrate hoch. Das Medikament ist ein Hilfsmittel, keine Heilung.

Expertenkommentar von Dr. Stefan Bauer

Aus meiner langjährigen Praxis sehe ich häufig, dass Patienten die Wirkung von Antabus überschätzen. Viele glauben, man könne damit Alkoholverlangen völlig beseitigen. In Wahrheit erfordert die Therapie eine ehrliche Abstinenzbereitschaft – sonst birgt sie erhebliche Risiken. Typische Stolperfalle: Patienten unterschätzen, in welchen Alltagsprodukten Alkohol enthalten ist (z.B. Mundspülungen, Saucen). Ein weiteres Problem ist die Selbstmedikation, etwa wenn Tabletten „zur Sicherheit“ eingenommen werden, ohne Rücksprache mit betreuenden Ärzten. Ich rate dringend zu einer engmaschigen ärztlichen Begleitung und ehrlicher Kommunikation. Die beste Wirkung entfaltet Antabus, wenn Patient und Umfeld gut informiert sind und psychosoziale Unterstützung erhalten.

Wie wird Antabus eingenommen? (Dosierung und Anwendung)

Standarddosierung für Erwachsene: In der Einleitungsphase meist 500 mg einmal täglich (entspricht 1 Tablette), nach einigen Tagen Reduktion auf eine Erhaltungsdosis von 200–250 mg täglich. Die Einnahme erfolgt vorzugsweise morgens nach dem Frühstück mit ausreichend Flüssigkeit.

  • Maximaldosis: 500 mg pro Tag (darf nicht überschritten werden).
  • Für ältere Patienten oder Personen mit Leber-/Nierenproblemen ist eine Anpassung erforderlich (in der Regel niedrigere Dosis, engmaschige Überwachung).
  • Tabletten dürfen je nach Präparat nicht geteilt werden – bitte Hinweise in der Packungsbeilage beachten!
  • Dauer der Therapie: individuell, meist mehrere Monate bis Jahre; regelmäßige ärztliche Kontrollen sind unerlässlich.

Hinweis: Die Wirkung setzt bereits nach 12–24 Stunden ein und hält bis zu 1–2 Wochen nach der letzten Einnahme an. Eine versehentliche Einnahme von Alkohol auch Tage nach Therapieende kann noch zu schweren Reaktionen führen.

Welche Rolle spielen Ernährung und Lebensstil bei Antabus?

Ernährung: Disulfiram wird unabhängig von Mahlzeiten eingenommen. Fettige Speisen beeinflussen die Aufnahme nicht wesentlich (Medsafe). Grapefruitsaft ist unproblematisch, da keine bekannten Wechselwirkungen bestehen. Vorsicht gilt bei sogenannten „versteckten“ Alkoholquellen:

  • Mundspülungen, Hustensäfte
  • Likörpralinen, Nachspeisen mit Alkohol
  • Soßen, Extrakte und manche Fertigprodukte

Bereits geringe Mengen (ab 10–15 ml reiner Alkohol) können massive Unverträglichkeitsreaktionen auslösen! Absolute Abstinenz ist unerlässlich.

Produktart Kann kombiniert werden? Folgen
Kaffee, Tee Ja Keine Wechselwirkung
Grapefruitsaft Ja Keine Wechselwirkung
Mundwasser mit Alkohol Nein Schwere Unverträglichkeitsreaktion möglich
Alkoholhaltiger Hustensaft Nein Schwere Unverträglichkeitsreaktion möglich
Fettreiche Speisen Ja Keine relevante Auswirkung

Wann darf Antabus nicht eingenommen werden? (Kontraindikationen und Warnhinweise)

Absolute Kontraindikationen:

  • Herzinsuffizienz (schwere Form)
  • Koronare Herzkrankheit (inklusive kürzlicher Herzinfarkt, < 6 Monate)
  • Leberversagen oder schwere Lebererkrankung
  • Psychosen oder schwere Depressionen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Überempfindlichkeit gegen Disulfiram oder Hilfsstoffe
  • Gleichzeitige Einnahme von Metronidazol, Paraldehyd oder bestimmten Antikoagulanzien

Relative Kontraindikationen (nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung):

  • Leichte bis mittlere Leberfunktionsstörungen
  • Epilepsie
  • Ältere Menschen (>65 Jahre)
  • Erhöhtes Suizidrisiko
  • Vorliegen anderer Suchtmittelabhängigkeiten

Warum? Die Kombination mit Alkohol oder bestimmten Medikamenten (z.B. Nitroglycerin, bestimmte Psychopharmaka) kann zu lebensbedrohlichen Reaktionen führen – etwa schwere Blutdruckabfälle, Krampfanfälle, Atemnot.

Nach einem Herzinfarkt darf Disulfiram erst nach mindestens 6 Monaten und sorgfältiger kardiologischer Abklärung verordnet werden.

Was sind die häufigsten Nebenwirkungen bei Antabus?

Sehr häufig (>10%):

  • Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Metallischer Geschmack

Häufig (1–10%):

  • Hautausschlag, Akne, Juckreiz
  • Leichtes Zittern
  • Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Leibschmerzen, Durchfall)

Selten (0,1–1%):

  • Leberfunktionsstörung, Gelbsucht
  • Neuropathien (Kribbeln, Taubheitsgefühl in Füßen/Händen)
  • Psychische Störungen (Verwirrtheit, Depressionen, Angst)

Sehr selten (<0,1%):

  • Akute Leberentzündung
  • Hirnhautentzündung
  • Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie)

Mechanismus: Viele Nebenwirkungen entstehen durch die blockierte Aldehyddehydrogenase, da sich Giftstoffe ansammeln, die normalerweise rasch abgebaut werden.

Was tun bei Nebenwirkungen? Leichte Beschwerden (z.B. Müdigkeit) sind oft vorübergehend. Bei schweren Symptomen (Gelbsucht, hohes Fieber, Atemnot, Kreislaufprobleme) sofort ärztliche Hilfe suchen!

Häufige Patientenfehler laut Dr. Stefan Bauer

  1. Unbewusster Alkoholkonsum über Alltagsprodukte. Problem: Auch scheinbar harmlose Produkte wie Mundwasser oder alkoholisierte Nachspeisen können starke Reaktionen auslösen. Lösung: Vor Anwendung stets die Inhaltsstoffe prüfen.
  2. Eigenmächtiges Absetzen oder Dosieren. Problem: Plötzlicher Therapieabbruch erhöht das Rückfallrisiko. Lösung: Änderungen immer mit dem Arzt absprechen, nie ohne Rücksprache die Dosis verändern.
  3. Fehlende ärztliche Kontrolle. Problem: Leberwerte und psychische Verfassung müssen regelmäßig überwacht werden. Lösung: Kontrolltermine verbindlich wahrnehmen.
  4. Therapie als „Wunderpille“ verstehen. Problem: Antabus ersetzt keine Psychotherapie. Lösung: Kombinieren Sie das Medikament mit professioneller Suchtberatung.
  5. Alkoholkonsum während Wirkdauer unterschätzen. Problem: Die abstoßende Wirkung hält bis zu 14 Tage nach der letzten Einnahme an. Lösung: Selbst nach Therapieende mindestens zwei Wochen keinen Alkohol konsumieren.
  6. Beschaffung über unseriöse Quellen. Problem: Fälschungen oder nicht zugelassene Präparate bergen Gesundheitsrisiken. Lösung: Antabus nur in österreichischen Apotheken oder über legale Online-Apotheken mit EU-Sicherheitslogo beziehen.

Vergleich: Antabus vs. Alternativen zur Rückfallprophylaxe bei Alkoholabhängigkeit

Wirkstoff Handelsname Wirkansatz Wirkbeginn Preis (ca., Österreich) Häufige Nebenwirkungen Rezeptpflicht
Disulfiram Antabus Enzymhemmung (Aversiv) 12–24 Std. 30–60 € / 50 Tabletten Müdigkeit, Hautausschlag Ja
Acamprosat Campral Modulation von NMDA-Rezeptoren (Verminderung des Verlangens) nach 3–5 Tagen 50–90 € / 100 Tabletten Durchfall, Bauchschmerzen Ja
Naltrexon Adepend, Naltrexon Generika Opioidantagonist (Reduktion des „Belohnungseffekts“) 1–2 Std. 70–100 € / 30 Tabletten Übelkeit, Kopfschmerzen Ja

Kurzkommentar:
Antabus hebt sich durch die sofortige, spürbare Unverträglichkeitsreaktion hervor. Der Nachteil: Bei nicht vollständigem Alkoholverzicht drohen schwere Nebenwirkungen. Acamprosat und Naltrexon wirken subtiler, sind aber besser für Patienten geeignet, die noch mit dem Drang kämpfen, gelegentlich zu trinken. Die Kosten variieren je nach Packungsgröße und Kassenleistung – Preise sind Richtwerte (Stand Anfang 2026).

Häufig gestellte Fragen an Dr. Stefan Bauer

Kann ich Antabus nach einmaligem Alkoholkonsum einfach wieder absetzen?
Nein. Ein abruptes Absetzen erhöht das Risiko eines Rückfalls erheblich. Die Behandlung sollte mindestens über einige Monate erfolgen und darf nur unter ärztlicher Kontrolle beendet oder unterbrochen werden.
Was passiert, wenn ich versehentlich Alkohol zu mir nehme?
Bereits kleine Mengen Alkohol führen zu starken Unverträglichkeitsreaktionen. Suchen Sie bei schwerer Symptomatik (Atemnot, Kreislaufprobleme) sofort ärztliche Hilfe auf.
Kann ich Antabus mit anderen Medikamenten kombinieren?
Gewisse Medikamente, etwa bestimmte Antibiotika (Metronidazol), Psychopharmaka oder Nitroglycerin, sind streng kontraindiziert. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Präparate, die Sie einnehmen.
Was tun, wenn ich eine Einnahme vergesse?
Nehmen Sie die vergessene Dosis nicht doppelt, sondern setzen Sie zum nächsten regulären Zeitpunkt fort. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn dies häufiger vorkommt.
Wie lange hält die Wirkung nach der letzten Tablette an?
Bis zu 14 Tage – während dieser Zeit kann Alkoholkonsum weiterhin gefährlich sein.
Ist Antabus auch für ältere Menschen geeignet?
Mit besonderer Vorsicht, reduzierter Dosis und engmaschigen Kontrollen ja – das individuelle Risiko muss aber ärztlich bewertet werden.
Kann ich mit Antabus Auto fahren oder Maschinen bedienen?
Bei einzelnen Patienten kann es zu Konzentrationsstörungen oder Müdigkeit kommen. Im Zweifel die ersten Tage abwarten und die Reaktion beobachten.

Antabus: Kerndaten im Überblick (Tabelle)

Parameter Wert
Wirkstoff Disulfiram
Empfohlene Tagesdosis 250 mg (Erhaltung); bis max. 500 mg (Initial)
Dauer bis Wirkungseintritt 12–24 Stunden
Wirkdauer nach Absetzen Bis zu 14 Tage
Metabolisierung Leber
Ausscheidung über Niere und Lunge
Halbwertszeit ca. 60–120 Stunden
Preis (Stand 2026) 30–60 € / 50 Tabletten
Rezeptpflicht in Österreich Ja

Wie erhält man Antabus legal in Österreich? Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Ärztliche Beratung: Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt, Suchtmediziner oder einer spezialisierten Ambulanz (z. B. in Wien, Graz, Linz).
  2. Anamnese und Aufklärung: Es erfolgt ein ärztliches Gespräch zur Abklärung der Alkoholabhängigkeit und möglicher Kontraindikationen. Meist wird ein Fragebogen zur Risikoabschätzung ausgefüllt.
  3. Rezeptausstellung: Nach positiver Beurteilung stellt der Arzt ein Rezept aus. In Österreich können Rezepte auch elektronisch (e-Rezept) ausgestellt werden.
  4. Einlösen des Rezepts: Sie können das Rezept in jeder öffentlichen Apotheke in Österreich einlösen. Bei zertifizierten Online-Apotheken (erkennbar am EU-Logo mit grünem Kreuz) ist nach Übermittlung des e-Rezepts auch eine Zustellung möglich.
  5. Begleitende Betreuung: Kontrolltermine und psychosoziale Unterstützung (Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen) sind empfohlen.

Ist der Online-Kauf von Antabus in Österreich legal?

Nur dann, wenn ein gültiges ärztliches Rezept vorliegt und die Online-Apotheke eine österreichische oder EU-Zulassung besitzt (BASG/AGES). Anbieter ohne Rezeptpflicht sind illegal, das Risiko für Fälschungen und Gesundheitsgefahren ist hoch. Achten Sie auf das offizielle EU-Logo mit grünem Kreuz auf der Website der Apotheke (mehr Infos zur EU-Logo Regelung).

  • Vorteil lokale Apotheke: Persönliche Beratung, Echtheitsgarantie, sofortige Verfügbarkeit.
  • Vorteil seriöse Online-Apotheke: Diskretion, Zustellung nach Hause, Rezept wird elektronisch geprüft.
  • Risiko unseriöser Anbieter: Fälschungen, fehlende Kontrolle, strafrechtliche Konsequenzen.

So erkennen Sie Originalpräparate und Fälschungen

  • Originalverpackung: Hochwertige Faltschachtel mit Herstellerlogo, Chargennummer und deutschem/österreichischem Aufdruck.
  • Blister: Tabletten sind gleichmäßig geformt, meist weiß, mit Prägung (z. B. „DSF“ oder Herstellerkennung).
  • Packungsbeilage: In deutscher Sprache, mit Zulassungsnummer der BASG/AGES.
  • EU-Sicherheitsmerkmale: QR-Code oder Hologramm für digitale Echtheitsprüfung (seit 2019 Pflicht in Österreich).
  • Preis: Stark abweichende Billigangebote (z. B. unter 15 € für 50 Tabletten) sind ein Warnsignal für Fälschungen.
  • Generika: Enthalten denselben Wirkstoff, können aber andere Hilfsstoffe enthalten – Allergiker sollten Packungsbeilage sorgfältig lesen.

Im Zweifelsfall: In der Apotheke oder beim Arzt den Verdacht auf Fälschung melden. Mehr Informationen zu Arzneimittelsicherheit auf der Webseite des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen.

Wie wird Antabus im Körper abgebaut (Pharmakokinetik)?

Absorption: Nach Einnahme der Tablette wird Disulfiram im Darm resorbiert und in der Leber zu aktiven Metaboliten umgewandelt.

Verteilung: Die Substanz verteilt sich rasch im gesamten Körper. Die Halbwertszeit beträgt 60–120 Stunden, sodass die Alkoholunverträglichkeit auch nach Absetzen mehrere Tage anhält.

Ausscheidung: Über die Niere (mit dem Harn) und teilweise über die Lunge (Atemluft).

Besonderheit: Bei Personen mit Leberschaden kann sich Disulfiram verzögern abbauen und die Gefahr von Nebenwirkungen steigt.

Was ist bei speziellen Patientengruppen zu beachten?

  • Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz: Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen, strenge ärztliche Kontrolle nötig. Dosisanpassung erforderlich.
  • Ältere Menschen: Niedrigere Dosierung und häufigere Kontrollen ratsam, da Nebenwirkungen (z. B. Verwirrtheit) häufiger auftreten können.
  • Schwangere und Stillende: Antabus ist kontraindiziert.
  • Epilepsie: Kann das Krampfrisiko erhöhen, strenge Nutzen-Risiko-Prüfung.
  • Fahrtüchtigkeit: Zu Beginn der Therapie vorsichtig sein; Müdigkeit und Konzentrationsprobleme möglich.
  • Fertilität/Familienplanung: Keine Hinweise auf beeinträchtigte Fruchtbarkeit, aber für Frauen im gebärfähigen Alter wird eine effektive Empfängnisverhütung während der Anwendung empfohlen.

Original vs. Generika: Was ist besser für Sie?

Originalpräparat (Antabus): Enthält Disulfiram, meist als 500-mg-Tabletten, mit dokumentierter Wirksamkeit und Sicherheit. Kontrollierte Herstellung, standardisierte Hilfsstoffe.

Generika: Enthalten denselben Wirkstoff und die gleiche Dosierung, sind aber günstiger (oft 10–20 % unter dem Originalpreis). Unterschiede können bei Hilfsstoffen (z. B. Laktose, Farbstoffe) bestehen – für Allergiker relevant.

Fazit: Generika sind in Österreich qualitativ gleichwertig, sofern sie zugelassen sind. Die Wahl sollte nach Preis, Verträglichkeit und Beratung in der Apotheke erfolgen.

Was tun bei einer Überdosierung von Antabus?

  1. Sofortige Einnahme stoppen!
  2. Notruf wählen (144 in Österreich).
  3. Arzt/Notarzt über eingenommene Menge, Zeitpunkt und weitere Medikamente informieren.
  4. Bis zum Eintreffen der Hilfe kein Alkohol zu sich nehmen!
  5. Tabletten/Verpackung bereithalten (für den Notarzt).

Symptome einer Überdosierung: Erbrechen, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Leberversagen, niedriger Blutdruck, Atemnot.

In jedem Fall gilt: Medizinischer Notfall!

Psychologische Unterstützung und weiterführende Hilfe

Alkoholabhängigkeit betrifft in Österreich viele Menschen – das ist keine Schande. Eine erfolgreiche Therapie setzt meist eine Kombination aus Medikamenten und psychologischer Unterstützung voraus. Sprechen Sie offen mit Ihrem Umfeld, holen Sie sich Hilfe bei Beratungsstellen, Suchtambulanzen oder Selbsthilfegruppen wie den Anonymen Alkoholikern.

Tipp: Viele Krankenhäuser in Wien, Salzburg oder Innsbruck bieten spezialisierte Suchtdienste. Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann Sie gezielt weitervermitteln.

Fachmeinung von Dr. Stefan Bauer

Als Suchtmediziner setze ich Antabus gezielt bei Patienten ein, die bereits eine gewisse Motivation zur Abstinenz zeigen, aber Rückfälle fürchten. Besonders sinnvoll ist das Präparat bei Menschen mit stabilen sozialen Rahmenbedingungen und regelmäßigem ärztlichen Kontakt. Für Patienten mit schwerwiegenden psychischen Erkrankungen, aktiven Leberproblemen oder unklarer Motivation ist Antabus weniger geeignet – hier bevorzuge ich Alternativen wie Acamprosat oder Naltrexon. Der Nutzen überwiegt, wenn der Patient die Risiken versteht und aktiv an der Behandlung mitwirkt. Die Entscheidung muss aber stets individuell getroffen und regelmäßig überprüft werden. Medikamente sind nur ein Baustein; die wichtigste Voraussetzung bleibt die Bereitschaft, sich mit den Ursachen der Sucht auseinanderzusetzen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Antabus in Österreich

Wie lange dauert es, bis Antabus wirkt?
Die Wirkung setzt innerhalb von 12–24 Stunden nach der ersten Einnahme ein.
Kann man Antabus ohne Rezept in Österreich kaufen?
Nein, das ist illegal und gefährlich. Nur mit ärztlichem Rezept in Apotheken erhältlich.
Darf ich mit Antabus kleine Mengen Alkohol trinken?
Nein, bereits geringste Mengen können lebensbedrohliche Reaktionen auslösen.
Wie lange hält die Alkohol-Unverträglichkeit an?
Bis zu 14 Tage nach der letzten Tablette – in dieser Zeit ist Alkohol strikt zu meiden.
Wie viel kostet Antabus in Österreich?
Ca. 30–60 € für 50 Tabletten, je nach Hersteller und Apotheke (Stand 2026).
Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?
Teilweise – abhängig von Kasse, Indikation und Arztverordnung. Am besten direkt bei Ihrer Versicherung nachfragen.
Gibt es Alternativen zu Antabus?
Ja, z. B. Acamprosat (Campral) und Naltrexon. Diese wirken anders und sind für bestimmte Patienten besser geeignet.
Kann ich ein Antabus-Rezept auch via Telemedizin bekommen?
Ja, sofern ein ärztliches Beratungsgespräch erfolgt und keine Kontraindikationen bestehen. Viele Kassenärzte und spezialisierte Telemedizinanbieter bieten diesen Service an.
Wie erkenne ich eine Fälschung?
An Originalverpackung, QR-Code, deutscher Packungsbeilage und dem offiziellen Apothekenlogo.

Quellenangaben & Literatur

  • European Medicines Agency (EMA), "Disulfiram – Produktinformation", abgerufen 2026, https://www.ema.europa.eu
  • Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), "Arzneimittelsicherheitsinformationen", 2026, https://www.basg.gv.at/
  • PubMed, "Disulfiram in the treatment of alcoholism: current evidence", abgerufen 2026, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/
  • Suchtmedizinische Gesellschaft Österreich (ÖGS), "Behandlungsleitlinien Alkoholabhängigkeit", 2025, https://www.oegs.at/
  • NHS, "Disulfiram for alcohol dependence", abgerufen 2026, https://www.nhs.uk/
  • World Health Organization (WHO), "Management of Substance Abuse", https://www.who.int/
  • Herstellerangaben (Antabus, MedUni Wien), Packungsbeilage, abgerufen 2026
Dr. Stefan Bauer
Medizinisch geprüft von
Facharzt für Allgemeinmedizin · Klinischer pharmazeut · klinische pharmakologie und allgemeinmedizin
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