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Informationen über Revia

Geschätzte Lesezeit: 14 min
Veröffentlicht : 01.06.2026 Aktualisiert : 03.07.2026 Medizinisch geprüft : 22.06.2026
Name des PräparatsRevia
WirkstoffNaltrexon
AnwendungsgebietAlkoholabhängigkeit (Rückfallprophylaxe)
Dargebotene Stärken50 mg Tabletten
Wirkeintritt1–2 Stunden nach Einnahme
Wirkungsdauerca. 24 Stunden
Verabreichungsschematägliche Einnahme
Rezeptpflicht in Österreichja, ärztliche Verschreibung notwendig

Revia zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit: Ihr Leitfaden für Österreich

Revia ist ein in Österreich zugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das bei Alkoholabhängigkeit eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Naltrexon und unterstützt Menschen dabei, den Rückfall in den Alkoholkonsum zu verhindern. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Revia wirkt, für wen es geeignet ist und was Sie bei Anwendung und Erwerb in Österreich beachten sollten.

Alkoholabhängigkeit: Ein verbreitetes, behandelbares Problem

Alkoholabhängigkeit betrifft weit mehr Menschen, als oft angenommen wird. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2022 leiden weltweit etwa 107 Millionen Menschen an einer Alkoholgebrauchsstörung. In Österreich sind laut Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, 2021 etwa 370.000 Personen von Alkoholabhängigkeit betroffen. Diese Zahlen zeigen: Es handelt sich nicht um ein Randphänomen, und es gibt bewährte Wege aus der Abhängigkeit. Wichtig ist: Sie sind mit diesem Problem nicht alleine – und es gibt wirksame, anerkannte Behandlungsmöglichkeiten.

Wie Revia hilft: Wirkweise und Konsequenzen für den Alltag

Revia wirkt, indem es bestimmte Bindungsstellen (Opioidrezeptoren) im Gehirn blockiert. Diese Rezeptoren sind an der Entstehung des sogenannten "Belohnungseffekts" beteiligt, der beim Alkoholkonsum entsteht. Naltrexon, der Wirkstoff von Revia, bindet an diese Rezeptoren, ohne selbst eine Wirkung wie ein Rauschmittel auszulösen. Dadurch wird der positive Verstärkungseffekt von Alkohol deutlich abgeschwächt oder sogar aufgehoben.

  • Praktische Folge: Wer Revia einnimmt, spürt in der Regel weniger Verlangen nach Alkohol und erfährt keine oder nur abgeschwächte „Belohnung“, falls doch getrunken wird.
  • Für den Alltag: Die Reduktion des Suchtdrucks erleichtert es, abstinent zu bleiben und Rückfällen vorzubeugen – insbesondere in belastenden oder gewohnten Situationen.

Der Effekt setzt meist innerhalb von 1–2 Stunden nach Einnahme ein und hält etwa 24 Stunden an. Bei kontinuierlicher Einnahme kann so die Stabilität der Abstinenz über längere Zeiträume unterstützt werden. Die Wirkung ist rein unterstützend – sie ersetzt nicht die psychotherapeutische oder psychosoziale Begleitung, sondern kann diese sinnvoll ergänzen.

Passt Revia zu meiner Situation? Auswahlkriterien und Alternativen

Situation Empfohlene Option Begründung
Sie möchten abstinent bleiben, hatten bereits mehrere Rückfälle und wünschen pharmakologische Unterstützung Revia (Naltrexon) Wirksam zur Verringerung des Suchtdrucks und Rückfallrisikos, besonders nach mehreren erfolglosen Anläufen
Leberfunktion ist eingeschränkt (erhöhte Leberwerte, Leberzirrhose) Revia NICHT geeignet Erhöhtes Risiko für Leberschäden, alternative Medikamente sollten geprüft werden
Gleichzeitige Einnahme von opioidhaltigen Schmerzmitteln oder Substitutionstherapie Revia kontraindiziert Gefahr von Entzugssymptomen und Wirkverlust der Schmerzmittel
Vor allem der Wunsch nach Reduktion des Konsums, nicht vollständiger Abstinenz Mögliche Alternative: Nalmefen (Selincro) Für Personen mit dem Ziel der Konsumreduktion kann Nalmefen geeigneter sein
Psychiatrische Grunderkrankungen (z.B. Depression) oder Unsicherheit bezüglich der Medikamentenwahl Individuelle ärztliche Beratung notwendig Kombinationen und Wechselwirkungen müssen fachärztlich abgeklärt werden

Die Entscheidung für Revia sollte immer unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Situation und Begleiterkrankungen getroffen werden. Es gibt in Österreich mehrere zugelassene Medikamente zur Unterstützung bei Alkoholabhängigkeit; Revia ist besonders dann geeignet, wenn vollständige Abstinenz das Ziel ist und keine Leberprobleme oder Opioidtherapie vorliegen.

Praktische Anwendung: Einnahme, Alltag und typische Probleme

  • Einnahmezeitpunkt: Die Tablette wird am besten täglich zur gleichen Zeit mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Nahrungsaufnahme ist nicht zwingend erforderlich, aber bei empfindlichem Magen kann die Einnahme zu einer Mahlzeit helfen.
  • Vergessene Einnahme: Wird eine Dosis vergessen, kann sie innerhalb weniger Stunden nachgeholt werden; liegt die Erinnerung an die Einnahme näher an der nächsten geplanten Einnahme, sollte die vergessene Tablette ausgelassen werden. Keine doppelte Dosis einnehmen.
  • Wirkung bleibt aus: Manchmal dauert es mehrere Tage, bis eine spürbare Reduktion des Suchtdrucks eintritt. Bleibt die Wirkung nach 1–2 Wochen aus, sollte dies mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
  • Beendigung der Therapie: Das Absetzen sollte immer mit dem Arzt abgestimmt werden, da ein abruptes Ende das Rückfallrisiko erhöhen kann.
  • Ungewöhnliche Reaktionen: Schwerwiegende Beschwerden (z.B. starke Übelkeit, Gelbfärbung der Haut, ungewöhnliche Müdigkeit) sind selten, sollten aber sofort ärztlich abgeklärt werden.
Dr. Stefan Bauer: „Viele meiner Patientinnen und Patienten berichten, dass sie mit Revia einen deutlichen Rückgang des Suchtdrucks erleben. Entscheidend für den Erfolg ist die regelmäßige Einnahme und die Kombination mit unterstützenden Maßnahmen wie Beratung oder Selbsthilfegruppen. Sollte die Wirkung ausbleiben oder Nebenwirkungen auftreten, suche ich stets das persönliche Gespräch, um gemeinsam Alternativen zu besprechen.“

Wer darf Revia nicht verwenden? Gegenanzeigen erklärt

  • Akute Hepatitis oder Leberinsuffizienz: Da Naltrexon in der Leber abgebaut wird, würde die Einnahme bei bestehenden Leberschäden das Organ zusätzlich belasten und schwerwiegende Komplikationen verursachen.
  • Gleichzeitige Therapie mit Opioiden: Revia blockiert die Wirkung von Opioiden. Wer Schmerzmittel oder eine Opioidersatzbehandlung erhält, riskiert Entzugserscheinungen und Wirkverlust der Schmerztherapie.
  • Unbehandelte Drogenabhängigkeit mit Opioiden: Auch hier droht ein akuter Entzug, der lebensbedrohlich werden kann.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Der Einsatz von Revia ist hier nicht ausreichend untersucht; Nutzen und Risiken sind individuell abzuwägen und sollten ärztlich besprochen werden.
  • Überempfindlichkeit gegen Naltrexon oder einen der Hilfsstoffe: Allergische Reaktionen sind möglich und schließen die Anwendung aus.

Die endgültige Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, da auch seltene Konstellationen zu beachten sind.

Häufige und seltene Nebenwirkungen – was ist normal, wann zum Arzt?

  • Häufig (klingen meist nach kurzer Zeit ab): Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Angstgefühle, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit.
  • Selten oder schwerwiegend (ärztliche Überprüfung erforderlich): Leberschädigung mit Symptomen wie Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut oder Augen), starke Müdigkeit, dunkler Urin; schwere allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz, Atemnot.
  • Sofortige ärztliche Hilfe (Notfall): Bei Verdacht auf schwere allergische Reaktion, akute Atemprobleme oder Bewusstlosigkeit sofort den Notruf 144 (Rettung Österreich) wählen.

Leichte Nebenwirkungen bilden sich häufig spontan zurück. Bestehen Unsicherheiten oder treten schwerwiegende Symptome auf, ist unverzügliche medizinische Abklärung geboten. Eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte wird während der Behandlung empfohlen.

Wechselwirkungen: Wann ist besondere Vorsicht geboten?

  • Opioidhaltige Arzneimittel: Die Einnahme von Revia verhindert die Wirkung von Schmerzmitteln wie Morphin, Codein oder Methadon. Während und mindestens 7–10 Tage vor Beginn einer Therapie mit Revia dürfen keine Opioide eingenommen werden.
  • Leberbelastende Medikamente: Präparate, die die Leber zusätzlich beanspruchen (z. B. bestimmte Antibiotika, Antiepileptika), können das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Hier ist engmaschige ärztliche Kontrolle angezeigt.
  • Alkohol selbst: Zwar verhindert Revia nicht die akuten Wirkungen von Alkohol (wie Rausch oder Koordinationsstörungen), aber es schwächt das Belohnungsempfinden und kann so den Alkoholkonsum reduzieren.

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Wie schneidet Revia im Vergleich ab? Alternativen im Überblick

Wirkstoff/Produkt Hauptziel Vorteile Limitationen
Revia (Naltrexon) Abstinenz-Stabilisierung, Rückfallprophylaxe Gut verträglich, verringert Suchtdruck spürbar, keine Suchtgefahr Nicht geeignet bei Leberproblemen oder Opioidtherapie
Acamprosat Abstinenz-Stabilisierung Keine Leberbelastung, auch bei Lebererkrankung einsetzbar Wird 3× täglich eingenommen, bei Niereninsuffizienz kontraindiziert
Disulfiram Abschreckung durch Unverträglichkeitsreaktion auf Alkohol Starker Abschreckungseffekt, geeignet für hochmotivierte Personen Hohe Nebenwirkungsrate, strenge Kontrolle nötig
Nalmefen Konsumreduktion Bedarfseinnahme möglich, weniger restriktiv Weniger geeignet bei Ziel Abstinenz

Revia ist in Österreich marktüblich und bewährt, insbesondere für Menschen mit dem Ziel einer vollständigen Abstinenz. Für Personen mit Leberproblemen oder in der Substitutionstherapie bieten sich hingegen andere Wirkstoffe an. Die Auswahl sollte stets gemeinsam mit einer Fachperson erfolgen; keine Option ist in allen Fällen überlegen.

Was kostet Revia in Österreich? Realistische Kostenübersicht

Kostenpunkt Betrag (EUR) Erläuterung
Fachärztliche Beratung ca. 60–120 Erstordination, Preis variiert je nach Praxis und Versicherung
Rezeptgebühr 6,85 Gilt, wenn Medikament auf Kassenrezept verschrieben wird (Stand 2024)
Revia 50 mg, 28 Tabletten ca. 80–130 Apothekenverkaufspreis für 1 Monat (Originalpräparat, Privatpreis)
Lieferung (bei Online-Bestellung) 5–12 Abhängig von Versanddienst und Lieferoption
Gesamtkosten etwa 152 bis 268 bei Erstkauf mit Beratung, Privatrezept und Lieferung

Im Vergleich zu anderen Ländern liegt der Preis für Revia in Österreich im europaweiten Mittelfeld. Die Kosten können bei wiederholtem Bezug niedriger ausfallen, da die fachärztliche Beratung dann meist entfällt. Die österreichische Sozialversicherung kann die Kosten (abzüglich Rezeptgebühr) übernehmen, wenn die medizinischen Voraussetzungen vorliegen – dies sollte vorab mit der Kasse oder Ärztin/Arzt geklärt werden.

Letzte Fragen und spezielle Hinweise für den Alltag

  • Ist der Online-Kauf legal? In Österreich ist der Erwerb von verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Revia nur mit gültigem Rezept zulässig. Seriöse Online-Apotheken verlangen einen ärztlichen Nachweis. Der Bezug über nicht zertifizierte Anbieter ist illegal und birgt das Risiko von Fälschungen.
  • Wie erkennt man Originalpräparate? In österreichischen Apotheken und behördlich zugelassenen Versandapotheken ist Revia durch eindeutige Chargennummern und Sicherheitsmerkmale geschützt. Bei Unsicherheiten informiert die Apothekerkammer oder die AGES.
  • Wie steht es um die Erstattung? Eine Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist möglich, wenn ein entsprechender Antrag mit ärztlicher Begründung vorliegt. Die genaue Regelung hängt vom Einzelfall ab.
  • An wen kann ich mich bei Rückfragen wenden? Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) als nationale Zulassungsbehörde, sowie Suchtberatungsstellen und Ihr behandelnder Arzt sind kompetente Ansprechpartner für medizinische und organisatorische Fragen.

Mit Revia steht Ihnen in Österreich eine wissenschaftlich fundierte Möglichkeit zur Unterstützung Ihrer Abstinenz zur Verfügung. Die Kombination mit psychosozialer Begleitung hat sich in der Praxis als besonders wirksam erwiesen. Jede Entscheidung zur Behandlung sollte gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal getroffen werden – für maximale Sicherheit und individuellen Therapieerfolg.

Quellen

Dr. Stefan Bauer
Medizinisch geprüft von
Facharzt für Allgemeinmedizin · Klinischer pharmazeut · klinische pharmakologie und allgemeinmedizin
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