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Informationen über Cilostazol

Geschätzte Lesezeit: 12 min
Veröffentlicht : 18.05.2026 Aktualisiert : 12.07.2026 Medizinisch geprüft : 15.06.2026
HandelsnameCilostazol
WirkstoffCilostazol
EinsatzgebietBehandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)
Verfügbare Tablettenstärken50 mg, 100 mg
Dauer bis Wirkungseintritt2–4 Wochen nach Therapiebeginn spürbar
WirkeintrittszeitraumLanganhaltend bei täglicher Einnahme
Regelmäßige Einnahme erforderlichJa, zweimal täglich
Rezeptpflicht in ÖsterreichVerschreibungspflichtig

Cilostazol zur Behandlung der Schaufensterkrankheit – Ihr Weg in Österreich

Cilostazol ist ein Arzneistoff zur Behandlung von Durchblutungsstörungen der Beine, wie sie bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) auftreten. Patienten in Österreich können Cilostazol legal und nach ärztlicher Verordnung in Apotheken beziehen. Dieses Medikament richtet sich an Menschen, die unter Schmerzen beim Gehen oder eingeschränkter Mobilität aufgrund schlechter Durchblutung leiden.

pAVK – Sie sind nicht allein: Häufigkeit, Ursachen und Alltag

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (auch als Schaufensterkrankheit bekannt) betrifft Millionen Menschen weltweit. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2021) leiden weltweit etwa 200 Millionen Menschen an pAVK. In Österreich schätzt das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, dass rund 5% der Bevölkerung über 50 Jahren davon betroffen sind (2020). Die Erkrankung führt zu Schmerzen beim Gehen, Unsicherheit im Alltag und Angst vor Verschlechterung. Sie kann jeden treffen – unabhängig von Geschlecht oder Lebensstil – ist aber bei Rauchern, Diabetikern und Menschen mit Bluthochdruck häufiger. Wichtig zu wissen: pAVK ist behandelbar, und die Lebensqualität lässt sich deutlich verbessern, wenn Sie die richtige Therapie erhalten.

Wie Cilostazol die Durchblutung verbessert – Mechanismus und praktische Wirkung

Cilostazol greift an einem entscheidenden Punkt im Gefäßsystem ein: Es hemmt das Enzym Phosphodiesterase 3 (PDE3). Das hat zwei wichtige Folgen:

  • Erweiterung der Blutgefäße: Die Gefäße in den Beinen werden weiter, dadurch kann mehr sauerstoffreiches Blut fließen.
  • Verringerung der Blutplättchen-Verklumpung: Cilostazol macht das Blut „dünner“, sodass sich weniger Blutgerinnsel bilden, die die Durchblutung weiter behindern könnten.

Für Sie bedeutet das: Die Schmerzen beim Gehen (Claudicatio) nehmen häufig innerhalb von 4–12 Wochen ab, die Gehstrecke kann sich verlängern und Alltagstätigkeiten werden leichter. Allerdings wirkt Cilostazol nur, solange es regelmäßig eingenommen wird; eine sofortige Besserung tritt selten ein. Die volle Wirkung entfaltet sich mit der Zeit und wird durch unterstützende Maßnahmen (wie Gehtraining) verstärkt.

Passt Cilostazol zu mir? – Entscheidungshelfer für typische Alltagssituationen

Situation Cilostazol geeignet? Begründung
Sie haben pAVK im Stadium II, können noch gehen, möchten Ihre Gehstrecke verbessern Ja, meist empfohlen Cilostazol erhöht die schmerzfreie Gehstrecke und lindert Beschwerden nachweislich.
Sie nehmen bereits blutverdünnende Medikamente (z. B. Marcoumar, neue orale Antikoagulanzien) Mit Vorsicht möglich Es besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko; Rücksprache mit Ihrem Arzt ist zwingend erforderlich.
Sie leiden unter schweren Herzrhythmusstörungen oder hatten eine Herzinsuffizienz Nein, kontraindiziert Cilostazol kann das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen, speziell bei Herzschwäche.
Sie sind über 70 Jahre, haben Nieren- oder Leberfunktionsstörungen Prüfung durch Arzt notwendig Dosisanpassung oder Alternativen können sinnvoller sein, um Nebenwirkungen zu vermeiden.
Sie möchten keine regelmäßige Einnahme oder erwarten sofortige Wirkung Weniger geeignet Die Wirkung von Cilostazol ist verzögert und setzt eine dauerhafte Einnahme voraus.

Ob Cilostazol tatsächlich für Sie geeignet ist, hängt vom Zusammenspiel Ihrer individuellen Risiken und Begleiterkrankungen ab. Eine medizinische Abklärung ist in Zweifelsfällen unerlässlich.

Praktische Hinweise zur Einnahme und zum Alltag mit Cilostazol

  • Einnahme: Zweimal täglich (morgens und abends), etwa 30 Minuten vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit. Dadurch wird die Aufnahme im Körper verbessert.
  • Was tun bei vergessener Einnahme? Holen Sie die Dosis nicht nach, sondern nehmen Sie die nächste reguläre Tablette ein. Doppelte Einnahme vermeiden.
  • Was, wenn keine Wirkung eintritt? Die Wirkung kann bis zu 12 Wochen dauern. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, wenn nach 3 Monaten keine Besserung spürbar ist.
  • Normale und abweichende Reaktionen: Leichtes Herzklopfen, Kopfschmerzen oder Durchfall sind zu Beginn nicht ungewöhnlich – verschwinden aber meist wieder. Halten Beschwerden länger an, klären Sie dies medizinisch ab.
  • Begleitmaßnahmen: Regelmäßiges Gehtraining und Nikotinverzicht erhöhen die Wirksamkeit von Cilostazol deutlich.

„Ich empfehle meinen Patienten immer, die Einnahmezeitpunkte möglichst konstant zu halten. Notieren Sie sich diese in einem Kalender oder nutzen Sie Erinnerungen am Smartphone. So lässt sich die Wirkung optimal entfalten.“
– Dr. Stefan Bauer

Für wen ist Cilostazol nicht geeignet? – Kontraindikationen im Überblick

  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Verboten, da die Wirkweise von Cilostazol das Risiko für schwere Herzprobleme erhöhen kann.
  • Schwere Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern): Nicht anwenden, weil das Medikament den Herzrhythmus zusätzlich belasten könnte.
  • Schwere Leberfunktionsstörungen: Risiko erhöhter Nebenwirkungen durch verlangsamte Verarbeitung im Körper.
  • Unkontrollierte Blutungen (z. B. Magen-Darm-Blutungen, kurz nach Operationen): Cilostazol verstärkt die Blutungsneigung.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Nicht empfohlen, da bislang keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen.

Im Zweifelsfall ist eine ärztliche Beratung unumgänglich – insbesondere bei mehreren Vorerkrankungen oder Unsicherheit bezüglich Wechselwirkungen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten – Häufigkeit, Gefahrenzeichen und Alltagstipps

  • Kopfschmerzen, Durchfall, Schwindel: Treten relativ häufig zu Beginn auf, bessern sich meist nach einigen Tagen bis Wochen.
  • Herzklopfen oder Herzrasen: Kommt bei einem Teil der Patienten vor, sollte ärztlich kontrolliert werden, falls es anhaltend ist.
  • Blutungsneigung (z. B. Nasenbluten, Zahnfleischbluten): Besonders bei gleichzeitiger Einnahme anderer blutverdünnender Mittel.
  • Seltene, aber ernste Reaktionen: Plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht, starke Hautreaktionen – in diesen Fällen sofort den Notruf 144 (Rettungsdienst Österreich) wählen.

Die meisten Nebenwirkungen sind mild und vorübergehend. Sollte aber eine unerwartete oder schwere Reaktion auftreten, ist rasches Handeln angezeigt. Ein Zuviel an Tabletten kann zu starkem Herzklopfen, niedrigem Blutdruck oder Bewusstseinsstörungen führen – auch hier gilt: beim Verdacht auf eine Überdosierung umgehend ärztliche Hilfe holen.

Was ist bei Wechselwirkungen zu beachten?

Cilostazol kann mit verschiedenen Arzneimitteln interagieren. Zu den wichtigsten Wechselwirkungen zählen:

  • Andere Blutverdünner (z. B. Acetylsalicylsäure, Warfarin, DOAKs): Erhöhtes Blutungsrisiko.
  • Bestimmte Antibiotika und Antipilzmittel (z. B. Erythromycin, Ketoconazol): Können den Cilostazol-Spiegel im Blut erhöhen und so das Nebenwirkungsrisiko steigern.
  • Medikamente gegen Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen: Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist notwendig, um Wechselwirkungen auszuschließen.

Es ist ratsam, vor Beginn mit Cilostazol eine vollständige Liste aller regelmäßig eingenommenen Medikamente mit Ihrem Arzt oder Apotheker zu besprechen.

Cilostazol im Vergleich – Alternativen, Vorteile und Grenzen

Präparat Vorteile Nachteile Für wen geeignet?
Cilostazol Verbessert Gehstrecke, kombiniert blutverdünnende und gefäßerweiternde Wirkung Nur bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen geeignet, Nebenwirkungen möglich Patienten mit pAVK Stadium II ohne schwere Herzprobleme
Naftidrofuryl Mildere Nebenwirkungen, keine Kontraindikation bei Herzschwäche Wirkung auf Gehstrecke häufig geringer, Wirkungseintritt ebenfalls verzögert Patienten mit Herzinsuffizienz oder Unverträglichkeit von Cilostazol
Gehtraining allein Kostenfrei, keine Medikamentennebenwirkungen Motivation und Disziplin erforderlich, Wirkung langsamer Alle, besonders bei leichten Beschwerden oder Unverträglichkeit von Medikamenten
Interventionen (Stent, Operation) Schnelle Verbesserung bei kritischen Durchblutungsstörungen Invasiv, mit Risiken verbunden, nur bei schwerer pAVK empfohlen Patienten mit fortgeschrittener pAVK oder Verschluss großer Gefäße

Cilostazol ist kein Allheilmittel, aber für viele Patienten mit moderaten Beschwerden eine wirkungsvolle Option. Andere Präparate oder Therapien haben jeweils eigene Einsatzgebiete – gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt finden Sie die für Sie passende Lösung.

Was kostet die Behandlung mit Cilostazol in Österreich wirklich?

Kostenpunkt Betrag (EUR) Erläuterung
Arztkonsultation für Erstverschreibung ca. 50–120 Je nach Hausarzt, Wahlarzt oder Facharzt
Rezeptgebühr 6,85 Gilt pro Packung, Stand laufendes Jahr
Cilostazol (100 mg, 56 Tabletten) ca. 45–70 Preisunterschiede je nach Hersteller und Apotheke
Versandkosten bei Online-Bestellung 4–10 Nur bei Lieferung über Versandapotheken
Gesamtkosten (erste 4 Wochen) ca. 100–200 Variiert je nach Konsultation, Bezugsweg und Dosierung

Die meisten österreichischen Apotheken geben Cilostazol nur gegen Vorlage eines gültigen Rezepts aus. Preisliche Unterschiede bestehen zwischen stationären und Versandapotheken, wobei die Abgabe ohne Rezept rechtlich nicht zulässig ist. In Einzelfällen bieten manche Online-Anbieter zusätzliche kostenpflichtige Telekonsultationen an, um das Rezept zu erhalten – dies ist in Österreich jedoch nicht überall legal. Klären Sie im Zweifel mit Ihrem Hausarzt die Möglichkeiten.

Bleibt noch eine Frage offen? – Was viele Patienten nach dem Kauf noch beschäftigt

Ein häufiger Unsicherheitsfaktor ist die langfristige Perspektive: Muss Cilostazol dauerhaft eingenommen werden? Für viele Menschen ist das Ziel, die Gehstrecke und Lebensqualität so weit zu steigern, dass die Tabletten wieder reduziert werden können. In der Praxis wird nach 3 bis 6 Monaten überprüft, wie gut Sie profitieren. Bei guter Wirkung und Verträglichkeit kann die Behandlung weitergeführt werden; andernfalls wird gemeinsam mit Ihrem Arzt entschieden, ob eine Pause, ein Medikamentenwechsel oder ergänzende Maßnahmen sinnvoll sind. Wichtig bleibt: Verändern Sie die Dosierung oder stoppen Sie die Einnahme nie eigenmächtig, sondern besprechen Sie jede Änderung mit Ihrem behandelnden Arzt.

Quellen

Dr. Stefan Bauer
Medizinisch geprüft von
Facharzt für Allgemeinmedizin · Klinischer pharmazeut · klinische pharmakologie und allgemeinmedizin
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Wichtige medizinische Hinweise : Die Informationen auf dieser Website dienen ausschließlich zur Orientierung und können die Beratung durch einen Arzt oder anderes qualifiziertes medizinisches Fachpersonal nicht ersetzen. Auch wenn ein Produkt ohne Rezept erhältlich ist, ist es wichtig, die empfohlene Anwendung zu beachten und die Produktinformation sorgfältig zu lesen. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, Gegenanzeigen haben oder Fragen zur Behandlung haben, wenden Sie sich zur Beratung an einen Arzt oder eine Apotheke.

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