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Informationen über Clomifen

Geschätzte Lesezeit: 10 min
Veröffentlicht : 28.05.2026 Aktualisiert : 03.07.2026 Medizinisch geprüft : 17.06.2026
HandelsnameClomiphene
WirkstoffClomiphene
AnwendungsgebietStimulation des Eisprungs bei weiblicher Unfruchtbarkeit
Erhältliche StärkenTabletten zu 25 mg und 50 mg
Beginn der WirkungNormalerweise innerhalb von 5 bis 10 Tagen nach Einnahmebeginn
Wirksamkeitsdauer1 Zyklus (ca. 1 Monat), abhängig von individuellem Ansprechen
VerordnungsstatusRezeptpflichtig in Österreich
NahrungsaufnahmeUnabhängig von Mahlzeiten einnehmbar

Clomiphene: Entscheidungshilfe für Frauen mit Kinderwunsch in Österreich

Clomiphene ist ein rezeptpflichtiges Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Formen weiblicher Unfruchtbarkeit. Es hilft Frauen, bei denen der Eisprung ausbleibt oder unregelmäßig ist, wieder schwanger zu werden. In Österreich ist Clomiphene zugelassen und wird unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt.

Unfruchtbarkeit: Ein verbreitetes und behandelbares Problem

Weibliche Unfruchtbarkeit ist kein Randphänomen, sondern betrifft viele Menschen – auch in Österreich. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO), 2023, kämpfen weltweit etwa 17,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung im gebärfähigen Alter mit Unfruchtbarkeit. In Österreich liegen laut Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz die Schätzungen bei rund 10 bis 15 Prozent aller Paare. Wichtig ist: Die meisten Ursachen sind medizinisch behandelbar. Moderne Medikamente wie Clomiphene haben vielen Frauen bereits zu einer Schwangerschaft verholfen. Die psychische Belastung ist oftmals hoch, aber eine wirksame Behandlung ist möglich und wird in Österreich von spezialisierten Ärztinnen und Ärzten begleitet.

Wie Clomiphene wirkt: Vom Hormon bis zur praktischen Auswirkung

  • Zentraler Mechanismus: Clomiphene bindet an die Rezeptoren für Östrogen im Gehirn, insbesondere im Hypothalamus. Dadurch glaubt der Körper, es sei zu wenig Östrogen vorhanden.
  • Folge: Der Hypothalamus schüttet vermehrt das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus. In der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) steigt die Produktion von LH und FSH – zwei Hormone, die den Eierstock zum Reifen von Eizellen und zum Eisprung anregen.
  • Für Sie bedeutet das: Durch diesen Mechanismus wird gezielt der Eisprung ausgelöst oder reguliert. Viele Frauen spüren keinen Unterschied während der Einnahme, einige bemerken Mittelschmerz (Ziehen im Unterbauch), der auf den Eisprung hinweist.

Im Ergebnis ermöglicht Clomiphene Frauen mit Zyklusstörungen oder fehlendem Eisprung eine erhöhte Chance, schwanger zu werden. Die Wirkung zeigt sich meist im ersten oder zweiten Behandlungszyklus. Laut der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ESHRE), 2022, kommt es bei circa 60-80 % der behandelten Frauen tatsächlich zum Eisprung. Die Schwangerschaftsrate liegt pro Zyklus zwischen 10 und 20 % – abhängig vom individuellen Gesundheitsbild.

Passt Clomiphene zu mir? Auswahlkriterien für die richtige Entscheidung

Situation Empfohlene Option Warum?
Unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung (z.B. PCOS) ohne erkennbare organische Ursache Clomiphene Weil das Medikament gezielt den Eisprung stimuliert und bei funktionellen Störungen eine hohe Erfolgsquote zeigt.
Alter unter 40, normale Eileiter, Partner mit unauffälligem Spermiogramm Clomiphene als erste Wahl Weil andere Faktoren ausgeschlossen und die Erfolgschancen mit Clomiphene in dieser Gruppe am höchsten sind.
Vorangegangene Behandlung mit Clomiphene ohne Erfolg über 6 Zyklen Alternativen prüfen (z.B. Gonadotropine oder In-vitro-Fertilisation) Da die Erfolgswahrscheinlichkeit nach mehreren erfolglosen Zyklen mit Clomiphene sinkt.
Bekannte organische Veränderungen (z.B. verschlossene Eileiter, schwere Endometriose) Clomiphene ungeeignet Weil eine reine Eisprungstimulation das Problem nicht behebt; operative oder andere reproduktionsmedizinische Verfahren nötig.
Vorliegende Lebererkrankung oder Tumor des Hypothalamus/Hypophyse Clomiphene kontraindiziert Erhöhtes Risiko für Komplikationen durch die hormonelle Wirkung – andere Therapien erforderlich.

Erkennen Sie Ihre eigene Situation in dieser Übersicht wieder, kann Clomiphene eine sinnvolle Option sein – oder eben nicht. Die individuelle Entscheidung sollte immer gemeinsam mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen fallen.

Anwendung im Alltag: Wie Clomiphene richtig eingenommen wird

Die Behandlung beginnt meist zwischen dem 2. und 5. Tag Ihres Menstruationszyklus. Sie nehmen täglich eine Tablette (meist 50 mg) über 5 Tage ein. Die Dosierung kann individuell angepasst werden, sollte aber 150 mg pro Tag nicht überschreiten. Mahlzeiten beeinflussen die Wirkung nicht – Sie können Clomiphene mit oder ohne Essen einnehmen.

  • Wichtige Hinweise zur Einnahme:
    • Immer zur gleichen Tageszeit einnehmen
    • Verpasste Einnahme: Die vergessene Tablette am selben Tag nachholen, andernfalls auslassen und wie gewohnt fortfahren
    • Keine Doppeldosis einnehmen
  • Wenn der Eisprung ausbleibt: Die Dosierung kann im nächsten Zyklus erhöht werden, wenn dies Ihr Arzt/Ihre Ärztin empfiehlt.
  • Was ist normal? Leichte Unterbauchschmerzen, Brustspannen oder Stimmungsschwankungen sind möglich und meist vorübergehend.
  • Wann ist ärztlicher Rat erforderlich? Wenn Sie starke Schmerzen, Sehstörungen, Atemnot oder Symptome einer Überstimulation (z.B. deutliche Bauchschwellung) bemerken.

Nach der Einnahmephase wird der Eisprung in der Regel durch einen Ovulationstest oder Ultraschall kontrolliert. Bleibt die Schwangerschaft aus, kann die Behandlung wiederholt werden – bis zu sechs Zyklen sind üblich. Sollte danach keine Schwangerschaft eingetreten sein, empfiehlt sich eine weiterführende Diagnostik oder alternative Methoden.

Wer darf Clomiphene nicht anwenden? Kontraindikationen im Überblick

Clomiphene ist für bestimmte Patientengruppen nicht geeignet. Die wichtigsten Kontraindikationen und ihre Begründung:

  • Leberfunktionsstörung: Da Clomiphene in der Leber verstoffwechselt wird, kann eine vorgeschädigte Leber das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.
  • Vorliegen oder Verdacht auf hormonabhängige Tumoren (z.B. Brust, Gebärmutter): Die hormonellen Veränderungen könnten das Wachstum solcher Tumoren begünstigen.
  • Starke Zystenbildung an den Eierstöcken (außer bei PCOS): Das Risiko für Komplikationen wie eine Überstimulation ist erhöht.
  • Schwangerschaft: Clomiphene darf nicht eingenommen werden, wenn eine Schwangerschaft bereits besteht.
  • Ungeklärte vaginale Blutungen: Vor Beginn der Behandlung muss die Ursache geklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Eine detaillierte Beratung und medizinische Kontrolle ist in jedem Fall erforderlich. Die Anwendung ohne ärztliche Begleitung ist nicht zu empfehlen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

  • Häufig (in jedem 10. Fall oder mehr): Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Spannungsgefühl in der Brust und Stimmungsschwankungen. Diese Beschwerden sind meist vorübergehend und verschwinden nach Absetzen des Medikaments.
  • Gelegentlich: Sehstörungen wie Verschwommensehen oder Lichtblitze, die rasch ärztlich abgeklärt werden sollten.
  • Selten: Überstimulationssyndrom (Ovarialhyperstimulation) mit starker Bauchschwellung, Atemnot, Thromboserisiko. In solchen Fällen ist eine sofortige medizinische Behandlung notwendig.
  • Sehr selten: Allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellungen. Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (Atemnot, Kreislaufprobleme) wählen Sie umgehend den Notruf 144 (Rettungsdienst Österreich).

Hinweis des ärztlichen Fachpersonals: Bei Auftreten von Nebenwirkungen, die Sie beunruhigen oder die anhalten, kontaktieren Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt. Im Zweifelsfall sollte die Behandlung unterbrochen werden, bis medizinischer Rat eingeholt wurde.

Was ist bei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten?

Clomiphene kann die Wirkung anderer hormoneller Präparate beeinflussen – insbesondere solche, die Östrogen oder Gestagen enthalten (wie bestimmte Verhütungsmittel). Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind selten, dennoch sollten Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin über alle eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel informieren. Insbesondere gilt:

  • Hormonelle Empfängnisverhütung sollte während der Behandlung vermieden werden, da sie die Wirkung von Clomiphene aufheben kann.
  • Medikamente gegen Epilepsie oder bestimmte Antibiotika können den Stoffwechsel von Clomiphene beeinflussen – hier ist ärztliche Überwachung sinnvoll.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Clomiphene mit Ihren weiteren Medikamenten kompatibel ist, besprechen Sie dies vor Beginn der Therapie in Ihrer Facharztpraxis.

Clomiphene im Vergleich: Gibt es Alternativen?

Option Stärken Schwächen
Clomiphene Bewährte Erstlinienbehandlung bei funktioneller Anovulation, kostengünstig, orale Anwendung, gute Wirksamkeit Weniger wirksam bei organischen Ursachen, Risiko der Überstimulation, nicht bei jeder Frau gleich effektiv
Letrozol Alternativ bei PCOS, geringeres Risiko für Mehrlingsschwangerschaften Off-label in Österreich, weniger Langzeitdaten
Gonadotropine (FSH/LH-Injektionen) Höhere Erfolgsraten bei schwierigen Fällen, gezielte Kontrolle möglich Aufwändiger, teurer, erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen und Mehrlingsschwangerschaften
In-vitro-Fertilisation (IVF) Auch bei schweren organischen Ursachen möglich, höchste Erfolgsraten pro Behandlungszyklus Sehr kostenintensiv, belastend, nicht als Erstmaßnahme geeignet

Clomiphene ist in Österreich meist die Therapie der ersten Wahl bei unregelmäßigem oder fehlendem Eisprung, sofern keine organischen Hindernisse bestehen. Bei speziellen Situationen – wie fehlendem Ansprechen, bestimmten hormonellen Störungen, höherem Alter oder nach mehrmaligen Fehlversuchen – können andere Methoden sinnvoller sein.

Praktische Informationen zu Preis, Bezug und Ablauf in Österreich

Clomiphene ist in Österreich rezeptpflichtig und wird sowohl in öffentlichen Apotheken als auch über zugelassene Versandapotheken angeboten. Die Kosten werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen, sofern keine medizinische Indikation vorliegt oder ein Kinderwunschzentrum beteiligt ist. Ein Online-Kauf ohne Rezept ist zwar technisch möglich, aber nicht legal und birgt erhebliche Risiken (Fälschungen, fehlende Beratung). Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) überwacht den Markt und stellt die Arzneimittelsicherheit sicher.

Kostenpunkt Betrag Anmerkung
Ärztliche Beratung 70–120 € Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie, einmalig vor Therapiebeginn
Privatrezept 10–20 € Kann je nach Ordination variieren
Clomiphene (1 Zyklus, 10 Tabletten à 50 mg) 25–40 € Apothekenpreis, je nach Hersteller
Versand (bei Online-Apotheke) 5–10 € Standardversand innerhalb Österreichs
Gesamtkosten ca. 110–190 € Erstbehandlung inkl. Beratung, Rezept, ein Zyklus, Standardversand

Die tatsächlichen Gesamtkosten können durch Folgezyklen oder zusätzliche Diagnostik steigen. Es empfiehlt sich, die Angebote verschiedener Apotheken und Ordinationen zu vergleichen. Bei Therapie im Kinderwunschzentrum kommen je nach Umfang weitere Kosten hinzu.

Zum Abschluss: Was bleibt noch offen?

Eine offene Frage betrifft die genaue Erfolgsaussicht in Ihrer persönlichen Situation. Auch wenn Clomiphene in vielen Fällen erfolgreich ist, hängt das Ergebnis von Ihrem Alter, Ihrer hormonellen Situation und Begleiterkrankungen ab. Die Erfolgsrate pro Zyklus lässt sich nicht für jede Frau exakt voraussagen. Daher ist vor Beginn der Therapie ein persönliches Beratungsgespräch unerlässlich. Nur so kann geklärt werden, ob Clomiphene wirklich die beste Option für Sie ist – oder ob alternative Behandlungsmethoden erfolgversprechender sind.

Fazit von Dr. Stefan Bauer:
„Clomiphene ist seit Jahrzehnten ein bewährtes Mittel zur Zyklusregulierung und Eisprungsauslösung. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist die individuelle ärztliche Begleitung vom Erstgespräch bis zur Nachkontrolle. Vertrauen Sie Ihrem Facharzt/Ihrer Fachärztin und sprechen Sie Unsicherheiten offen an – so lässt sich der Weg zum eigenen Kind medizinisch und emotional optimal gestalten.“

Quellen

Dr. Stefan Bauer
Medizinisch geprüft von
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Wichtige medizinische Hinweise : Die Informationen auf dieser Website dienen ausschließlich zur Orientierung und können die Beratung durch einen Arzt oder anderes qualifiziertes medizinisches Fachpersonal nicht ersetzen. Auch wenn ein Produkt ohne Rezept erhältlich ist, ist es wichtig, die empfohlene Anwendung zu beachten und die Produktinformation sorgfältig zu lesen. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, Gegenanzeigen haben oder Fragen zur Behandlung haben, wenden Sie sich zur Beratung an einen Arzt oder eine Apotheke.

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