Sildenafil online in Österreich

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Informationen über Sildenafil

Geschätzte Lesezeit: 16 min
Veröffentlicht : 31.05.2026 Aktualisiert : 06.07.2026 Medizinisch geprüft : 07.06.2026
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken. Die Einnahme von Medikamenten wie Sildenafil ist nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt zulässig. Selbstmedikation kann lebensgefährlich sein.

Kann man Sildenafil in Österreich rezeptfrei erhalten?

Sildenafil ist in Österreich verschreibungspflichtig. Es darf ausschließlich mit ärztlichem Rezept in registrierten Apotheken abgegeben werden. Ein Erwerb ohne Verschreibung ist gesetzlich verboten und kann erhebliche gesundheitliche Risiken bergen.

Kernaussagen: Das Wichtigste zu Sildenafil auf einen Blick

  • Nur mit Rezept: In Österreich ist Sildenafil ausschließlich nach ärztlicher Verordnung erhältlich.
  • Geeignet für Männer mit erektiler Dysfunktion: Die Therapie ist für erwachsene Männer gedacht, bei denen Erektionsstörungen nachgewiesen wurden.
  • Wirkung setzt nach ca. 30–60 Minuten ein: Sexuelle Stimulation ist Voraussetzung für die Wirksamkeit.
  • Nicht gemeinsam mit Nitraten einnehmen: Die Kombination kann lebensbedrohliche Blutdruckabfälle verursachen.
  • Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Gesichtsrötung: Schwerwiegende Komplikationen sind selten, aber möglich.
  • Bei fehlender Wirkung oder Nebenwirkungen immer erneut ärztlichen Rat einholen.


Was ist Sildenafil und wie wirkt es bei erektiler Dysfunktion?

Sildenafil ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Hemmer). Es wird bei erwachsenen Männern zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED) eingesetzt – also bei anhaltender Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Das Originalpräparat ist als Viagra® von Pfizer bekannt, daneben sind seit Patentablauf zahlreiche Generika verfügbar.
Die Zulassung und Überwachung erfolgt in Österreich durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) sowie die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).

Wie wirkt Sildenafil im Körper? (Pharmakologie erklärt)

Sildenafil blockiert gezielt das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE-5) in der glatten Muskulatur der Blutgefäße im Penis. Dadurch wird der Abbau von zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) verhindert, dessen Konzentration ansteigt. Das bewirkt eine verstärkte Entspannung der glatten Muskulatur und eine verbesserte Durchblutung der Schwellkörper – vorausgesetzt, es liegt eine sexuelle Stimulation vor.
Ohne sexuelle Erregung bleibt Sildenafil wirkungslos, da kein cGMP produziert wird, das vom Medikament erhalten werden könnte.

Vereinfacht gesagt: Sildenafil wirkt wie ein „Signalverstärker“ für die natürlichen Prozesse, die beim Mann zu einer Erektion führen – es „verlängert“ das Signal, das für die Entspannung und Durchblutung der Schwellkörper notwendig ist.

Mythos vs. Realität:
Mythos: Sildenafil sorgt für eine Erektion „auf Knopfdruck“ – unabhängig von Lust.
Realität: Ohne sexuelle Stimulation bleibt die Wirkung aus, da das Ausgangssignal fehlt.

Quellen: PubMed, EMA, BASG

Erwartungen, Missverständnisse und klinische Realität – Beobachtungen aus meiner Praxis

Viele meiner Patienten gehen davon aus, dass Sildenafil direkt nach der Einnahme eine sofortige Erektion bewirkt. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass viele Männer den Zusammenhang zwischen sexueller Stimulation und der Wirkung unterschätzen. Oft werden zu hohe Erwartungen an die Wirkung nach einer Einzeldosis gestellt oder Nebenwirkungen werden als persönliches Versagen missdeutet. Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass das Medikament auch bei schweren seelischen Belastungen oder partnerschaftlichen Problemen automatisch hilft – hier bleiben die Ergebnisse oft hinter den Erwartungen zurück. Was viele nicht fragen, aber fragen sollten: Wie lange darf ich Sildenafil sicher einnehmen, was passiert bei wiederholtem Nichtansprechen, und wie kann ich mögliche Ursachen für die Erektionsstörung differenzieren? Die größte Herausforderung besteht darin, gemeinsam realistische Ziele zu definieren und die Rolle von Lebensstil, Partnerschaft und psychischer Gesundheit ausreichend zu berücksichtigen.

Wie wird Sildenafil richtig eingenommen?

Übliche Startdosis: Bei den meisten Männern beträgt die empfohlene Anfangsdosis 50 mg Sildenafil, etwa 30–60 Minuten vor sexueller Aktivität oral mit etwas Wasser.
Die Dosis kann je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit auf 25 mg (niedrigste Dosis) oder auf maximal 100 mg (Höchstmenge pro Tag) angepasst werden. Diese Dosis darf keinesfalls überschritten werden!
Generell wird die Einnahme auf höchstens eine Tablette täglich beschränkt.
Wird eine Tablette vergessen, darf sie nicht „nachgeholt“ werden. Eine regelmäßige, tägliche Einnahme ist nur in seltenen Spezialfällen indiziert.

  • Tablette teilen: Viele Generika können halbiert werden, sofern die Tablette eine Bruchrille besitzt. Die Original-Tablette von Viagra® ist ebenfalls teilbar.
  • Ältere Männer & Nieren-/Lebererkrankungen: Hier reicht oft schon 25 mg, da der Wirkstoff langsamer abgebaut wird.
  • Wirkdauer: Die Wirkung hält in der Regel 4–6 Stunden an; eine sexuelle Stimulation ist immer erforderlich.

Quellen: EMA, BASG

Welche Rolle spielen Ernährung und Wechselwirkungen?

Fettreiche Mahlzeiten können die Aufnahme von Sildenafil im Körper verzögern – der Wirkungseintritt kann sich so um bis zu 60 Minuten nach hinten verschieben.
Alkohol sollte möglichst gemieden werden: Schon geringe Mengen (ab ca. 20–30 g Ethanol, also 0,5 l Bier oder 0,3 l Wein) können die blutdrucksenkende Wirkung verstärken und die Erektionsfähigkeit zusätzlich vermindern.
Grapefruitsaft blockiert das Enzym CYP3A4, das für den Abbau von Sildenafil in der Leber zuständig ist. Dadurch steigt die Konzentration im Blut, was das Nebenwirkungsrisiko erhöht. Eine Kombination ist daher unbedingt zu vermeiden.

  • Zu beachten: Auch andere Medikamente (z.B. bestimmte Antibiotika, HIV-Mittel, Antimykotika) können die Wirkung von Sildenafil beeinflussen – siehe Kompatibilitäts-Check unten.

Wer darf Sildenafil nicht einnehmen?

Absolute Kontraindikationen (niemals erlaubt):

  • Gleichzeitige Einnahme von Nitraten (z.B. Nitroglycerin, Isosorbidmononitrat zur Behandlung von Angina pectoris) – kann lebensgefährlichen Blutdruckabfall auslösen.
  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Instabile Angina pectoris, kürzlicher Herzinfarkt oder Schlaganfall (innerhalb der letzten 6 Monate).
  • Schwere Leberinsuffizienz, schwere Niereninsuffizienz (Dialysepflicht).
  • Vorgeschichte von Retinitis pigmentosa (eine seltene, erbliche Augenerkrankung).
  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Sildenafil oder einen Hilfsstoff.
Relative Kontraindikationen (nur nach strenger ärztlicher Prüfung):
  • Stabile, aber ausgeprägte Herzkrankheiten (nach individuellem Risikoabschätzung).
  • Blutdruckentgleisungen (Hypotonie <90/50 mmHg oder nicht eingestellte Hypertonie >170/100 mmHg).
  • Bestimmte seltene angeborene Augenerkrankungen.
  • Patienten mit erhöhter Blutungsneigung oder Magengeschwür in der Vorgeschichte.

Nach Herzinfarkt oder Schlaganfall: Sildenafil darf frühestens 6 Monate nach dem Ereignis – und nur nach kardiologischer Abklärung – eingesetzt werden. Grund ist das Risiko schwerer Kreislaufkomplikationen.

Erklärung: Die gleichzeitige Einnahme von Nitraten und Sildenafil führt zu einer massiven Erweiterung der Blutgefäße – der Blutdruck kann gefährlich abfallen. Dies kann zu Bewusstlosigkeit, Herzinfarkt oder Tod führen.

Was sind die häufigsten Nebenwirkungen von Sildenafil?

Nebenwirkungen treten nicht bei jedem Patienten auf. Die meisten sind mild und vorübergehend. Nach WHO-Klassifikation:

Sehr häufig (>1/10):
  • Kopfschmerzen (bis zu 16 %)
  • Gesichtsrötung (Flush)
Häufig (1/10 – 1/100):
  • Verdauungsbeschwerden (z.B. Sodbrennen, Übelkeit)
  • verstopfte Nase, Sehstörungen (Farbwahrnehmungen, Lichtempfindlichkeit)
  • Schwindel, Muskelschmerzen, Hautrötungen
Gelegentlich (<1/100):
  • Herzklopfen
  • Blutdruckabfall
  • Hautausschlag
Selten/Sehr selten (<1/1.000):
  • Priapismus (schmerzhafte Dauererektion >4 Stunden, medizinischer Notfall!)
  • plötzlicher Sehverlust, Hörverlust
  • schwere allergische Reaktionen (z.B. Schwellungen, Atemnot)

Mechanismus: Viele Nebenwirkungen entstehen durch die Gefäßerweiterung, die auch außerhalb des Penis auftreten kann (z.B. im Gesicht oder Gehirn).
Was tun bei Nebenwirkungen? Bei leichten Beschwerden: Einnahme pausieren und Arztkontakt suchen. Bei schweren Symptomen (Atemnot, schmerzhafte Dauererektion, Sehverlust): sofort medizinische Notfallnummer 144 anrufen!

Anwendungsfehler, die Patienten mit Sildenafil häufig machen – und wie man sie vermeidet

  • Zu kurzfristige Einnahme: Viele nehmen Sildenafil erst direkt vor oder sogar während des Geschlechtsverkehrs ein. Die Wirkung setzt aber erst nach ca. 30–60 Minuten ein.
    Besser: Einnahme mindestens eine halbe Stunde vor der geplanten Aktivität.
  • Zu fettes Essen unmittelbar davor: Wer kurz zuvor eine fettreiche Mahlzeit zu sich nimmt, muss mit verzögerter oder abgeschwächter Wirkung rechnen.
    Besser: Leichte, fettarme Mahlzeit bevorzugen oder auf nüchternen Magen einnehmen.
  • Kombination mit Alkohol: Schon geringe Mengen verschlechtern die Erektionsfähigkeit und erhöhen das Nebenwirkungsrisiko.
    Besser: Alkohol meiden oder nur in sehr kleinen Mengen konsumieren.
  • Unrealistische Erwartungen: Sildenafil wirkt nicht „automatisch“ oder bei fehlender Lust. Ohne sexuelle Erregung bleibt die Wirkung aus.
    Besser: Vor Einnahme gemeinsam mit der Partnerin/dem Partner Erwartungen besprechen und auf psychische Faktoren achten.
  • Selbstständige Dosissteigerung: Höhere Dosen führen nicht zwangsläufig zu besserer Wirkung, können aber die Nebenwirkungen massiv verstärken.
    Besser: Nie mehr als die ärztlich empfohlene Dosis einnehmen.
  • Ignorieren von Warnzeichen: Wird z.B. eine schmerzhafte Dauererektion ignoriert, drohen bleibende Schäden.
    Besser: Bei ungewöhnlichen Beschwerden sofort ärztliche Hilfe suchen.

Wie schneidet Sildenafil im Vergleich zu Alternativen wie Tadalafil oder Vardenafil ab?

Auf dem österreichischen Markt sind neben Sildenafil noch andere PDE-5-Hemmer zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zugelassen, z.B. Tadalafil (Cialis®) und Vardenafil (Levitra®). Je nach individueller Situation können sich Unterschiede bei Wirkeintritt, Wirkdauer, Verträglichkeit und Preis ergeben.

Wirkstoff Handelsname Wirkungseintritt Wirkdauer Häufigste Nebenwirkungen Ca. Preis (1 Tablette, Stand Juni 2026)
Sildenafil Viagra®, Generika 30–60 Minuten 4–6 Stunden Kopfschmerzen, Flush, Sodbrennen 8–14 € (Original), 3–7 € (Generika)
Tadalafil Cialis®, Generika 20–40 Minuten bis zu 36 Stunden („Wochenendpille“) Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, verstopfte Nase 12–16 € (Original), 5–9 € (Generika)
Vardenafil Levitra®, Generika 25–60 Minuten bis zu 8 Stunden Kopfschmerzen, Flush, Übelkeit 10–15 € (Original), 4–8 € (Generika)
  • Sildenafil ist besonders geeignet, wenn eine schnelle, planbare Wirkung für eine Einzelsituation gewünscht ist.
  • Tadalafil bietet eine lange Wirkdauer und ist daher für mehr Spontanität geeignet.
  • Vardenafil ist bei manchen Patienten mit Diabetes etwas wirksamer.

Preise können je nach Apotheke und Packungsgröße variieren.

Sildenafil – Technische Produktübersicht (Monographietabelle)

Parameter Wert
Verfügbare Dosen 25 mg, 50 mg, 100 mg (Tabletten), teils orale Suspension
Gängige Handelsnamen Viagra®, diverse Generika
Wirkdauer 4–6 Stunden
Wirkungseintritt 30–60 Minuten nach Einnahme
Höchstdosis (24h) 100 mg
Aufbewahrung Kühl (<25 °C), trocken, vor Licht geschützt
Rezeptpflicht Ja, nach ärztlicher Verschreibung
Zulassung in Österreich Seit 1998 (Original), Generika seit 2013

Wie läuft die Verordnung und Abgabe in Österreich ab? (Schritt-für-Schritt-Anleitung)

  1. Erstgespräch mit Facharzt/Fachärztin: Termin bei Allgemeinmediziner oder Urologen vereinbaren – Diagnosestellung, Abklärung von Ursachen und Ausschluss von Risiken.
  2. Indikationsstellung & Aufklärung: Ärztin/Arzt klärt Nutzen, Risiken, Nebenwirkungen und alternative Therapieoptionen.
  3. Ausstellung des Rezepts: Nach sorgfältiger Prüfung wird ein Rezept ausgestellt (elektronisch über e-Medikation oder als Papierrezept).
  4. Einlösung in der Apotheke: Abgabe ausschließlich in öffentlichen, konzessionierten Apotheken – auf Wunsch auch Beratung zu Originalpräparat/Generika.
  5. Telemedizinische Angebote: In Österreich gibt es mittlerweile zertifizierte telemedizinische Plattformen mit ärztlicher Online-Beratung und legaler Rezepterstellung. Wichtig: Auch hier ist der persönliche Kontakt zur Ärztin/zum Arzt Voraussetzung.
  6. Regelmäßige Verlaufskontrollen: Bei längerer Anwendung werden Wirkung und Verträglichkeit regelmäßig ärztlich überprüft.

Welche Fragen stellen Patienten vor und während der Sildenafil-Therapie? Antworten von Dr. Markus Gruber

Wie schnell merke ich, ob Sildenafil bei mir wirkt?
In den meisten Fällen tritt die Wirkung 30 bis 60 Minuten nach Einnahme ein. Sie merken es daran, dass eine Erektion unter sexueller Stimulation leichter oder länger aufrechtzuerhalten ist. Bleibt die Wirkung bei den ersten zwei bis drei Versuchen aus, sollte die Dosierung oder Anwendung gemeinsam mit mir besprochen werden.
Muss ich Sildenafil regelmäßig nehmen, um einen Effekt zu erzielen?
Nein, die Einnahme erfolgt in der Regel anlassbezogen – also nur dann, wenn Sie einen Geschlechtsverkehr planen. Eine Dauermedikation ist nur in seltenen Ausnahmefällen medizinisch sinnvoll.
Wie erkenne ich, ob Nebenwirkungen gefährlich sind?
Leichte Kopfschmerzen oder Gesichtsrötung sind meist harmlos und klingen ab. Alarmzeichen sind starke Brustschmerzen, plötzlicher Sehverlust, schmerzhafte Dauererektion oder Atemnot – hier sollten Sie sofort die Notrufnummer 144 wählen.
Was, wenn ich andere Medikamente einnehme?
Nennen Sie mir alle Ihre aktuellen Medikamente. Viele Wechselwirkungen sind bekannt, insbesondere mit Nitraten, bestimmten Blutdrucksenkern, HIV-Medikamenten oder Antibiotika. Wir können die Verträglichkeit gemeinsam prüfen.
Wie lange darf ich Sildenafil einnehmen?
Bei guter Verträglichkeit und ohne neue Risiken gibt es keine festgelegte zeitliche Begrenzung. Es empfiehlt sich aber, mindestens einmal jährlich eine ärztliche Kontrolle durchzuführen.
Kann ich die Tablette auch teilen, wenn mir die Dosis zu hoch erscheint?
Viele Präparate haben eine Bruchrille und können geteilt werden. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mich bitte darauf an – nicht jedes Generikum ist dafür geeignet.
Kann ich trotz Herz-Kreislauf-Erkrankung Sildenafil nehmen?
Das hängt vom Schweregrad und der Stabilität Ihrer Erkrankung ab. Nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall ist eine mehrmonatige Wartezeit und eine genaue kardiologische Abklärung unbedingt erforderlich.

Wie verarbeitet der Körper Sildenafil? (Pharmakokinetik einfach erklärt)

Nach Einnahme wird Sildenafil im Dünndarm resorbiert und gelangt über die Pfortader in die Leber. Dort erfolgt der Abbau hauptsächlich durch das Enzym CYP3A4, zu einem geringeren Teil durch CYP2C9. Die biologisch aktive Substanz und ihre Abbauprodukte werden zu etwa 80 % über den Stuhl und zu 13 % über die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit (T1/2) liegt bei durchschnittlich 3–5 Stunden.
Besondere Bedeutung hat dies bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz – hier kann sich die Wirkung verlängern und Nebenwirkungen verstärken.

Quelle: Mayo Clinic

Was gilt für besondere Patientengruppen?

  • Ältere Menschen (>65 Jahre): Oft genügt die niedrigste Dosis (25 mg), da die Ausscheidung verlangsamt ist.
  • Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz: Vorsichtige Dosisanpassung oder Verzicht auf Sildenafil nötig, da Nebenwirkungsrisiko steigt.
  • Diabetes mellitus: Sildenafil ist auch bei diabetischer ED wirksam, es bestehen keine besonderen Einschränkungen.
  • Herzerkrankungen: Nur nach sorgfältiger kardiologischer Abklärung und bei stabilen Verhältnissen.
  • Frauen und Kinder: Sildenafil ist in Österreich nicht für Frauen oder Kinder/Jugendliche zugelassen.
  • Beeinträchtigung beim Führen von Fahrzeugen: Es sind keine direkten Auswirkungen bekannt, jedoch können Nebenwirkungen wie Schwindel oder Sehstörungen auftreten – in solchen Fällen kein Auto fahren!
  • Fertilität: Es gibt keine Hinweise, dass Sildenafil die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigt.

Wie erkennt man seriöse Internet-Apotheken in Österreich?

Der Bezug von rezeptpflichtigen Arzneimitteln über das Internet ist in Österreich nur über behördlich registrierte und von der Apothekerkammer kontrollierte Versandapotheken erlaubt. Diese erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • EU-Sicherheitslogo („Gemeinsames Europäisches Logo“): Anklickbar, führt immer auf die offizielle Bestätigungsseite des BASG.
  • Impressum mit österreichischer Apothekenadresse und Nennung der Standesvertretung („Apothekerkammer“).
  • Nur Abgabe nach Vorlage eines Rezepts: Kein Verkauf rezeptpflichtiger Mittel ohne Rezept!
  • Vollständige Beratungspflicht: Rückfragen per Telefon oder E-Mail müssen möglich sein.

Warnzeichen für unseriöse Anbieter:

  • Kein Sicherheitslogo oder Logo führt nicht zur BASG-Webseite
  • Extrem niedrige Preise, Fehlen der Kontaktdaten, Sitz außerhalb der EU
  • Keine Rezeptpflicht für Viagra-Angebote
  • Schlechte Bewertungen, fehlerhaftes Deutsch, fehlende Datenschutzerklärung

Der Bezug von Medikamenten über unregulierte Seiten birgt das Risiko von Fälschungen, unwirksamen oder gefährlichen Substanzen sowie strafrechtlichen Konsequenzen.

Weitere Informationen: Österreichische Apothekerkammer, BASG

Wie erkennt man Fälschungen und worin unterscheiden sich Generika vom Original?

Fälschungserkennung:

  • Originale Tabletten (Viagra®) sind diamantförmig, blau, mit „VGR“ und der Dosis (z.B. „VGR 100“) geprägt. Die Blisterpackung hat eine hochwertige Folie und ist mit Hersteller und Chargennummer bedruckt.
  • Generika sehen häufig anders aus (Form, Farbe, Prägung), sind aber ebenfalls mit Dosis und Hersteller gekennzeichnet.
  • Alle legalen Produkte in Österreich verfügen über Sicherheitsmerkmale wie QR-Code, Hologramm oder Sicherheitsfäden auf der Verpackung.
  • Ungewöhnlich niedriger Preis, fehlende Chargen- oder Zulassungsnummer sowie beschädigte oder minderwertige Verpackung sind Warnzeichen für Fälschungen.

Generika vs. Original:

  • Generika enthalten denselben Wirkstoff, unterscheiden sich aber in Hilfsstoffen (z.B. Füllstoffe, Farbstoffe). Bei Allergien auf bestimmte Zusatzstoffe sollte Rücksprache mit der Apotheke gehalten werden.
  • Legale Generika müssen in Österreich das gleiche Qualitätsniveau und die gleiche Bioverfügbarkeit wie das Original nachweisen – sie sind daher therapeutisch gleichwertig, aber meist günstiger.

Fazit: Ein Generikum ist für die meisten Patienten eine sichere, kostengünstige Alternative – sofern es ein in Österreich zugelassenes und geprüftes Präparat ist.

Qualitätscheck: So sieht echtes Sildenafil in Österreich aus

  • Original Viagra®: Diamantförmige, blaue Tablette, Prägung „VGR“ plus Dosis (z.B. „VGR 50“).
  • Originalverpackung: Blister mit Herstellerlogo, Chargen- und Zulassungsnummer; Packungsbeilage in Deutsch mit BASG-Zulassungsnummer.
  • Generika: Unterschiedliche Farben und Formen, aber immer Dosis und Hersteller aufgedruckt sowie Sicherheitsmerkmale wie Hologramm oder QR-Code vorhanden.
  • Blister intakt: Keine losen Tabletten, keine beschädigte Folie.
  • Preis: Zu günstige Angebote sind verdächtig.
  • Pharmazentralnummer (PZN): Jede zugelassene Packung in Österreich verfügt über eine PZN auf der Verpackung.

Kompatibilitäts-Check: Sildenafil im Zusammenspiel mit anderen Medikamenten und Stoffen

Arznei-/Produktgruppe Kombination erlaubt? Konsequenz/Risiko
Nitrate (z.B. Nitroglycerin) STRIKT VERBOTEN Lebensgefährlicher Blutdruckabfall
Alkohol (ab ca. 20g/Tag) Eher nicht empfohlen Verstärkte Nebenwirkungen, Wirkungseinbußen
Alpha-Blocker (z.B. Doxazosin) Nur nach Rücksprache Blutdruckabfall möglich
Bestimmte Antibiotika (z.B. Erythromycin) Mit Vorsicht Erhöhte Sildenafil-Konzentration, mehr Nebenwirkungen
Grapefruitsaft Nein Abbau gehemmt, Gefahr von Überdosierung
Paracetamol, Ibuprofen Ja Keine klinisch relevanten Wechselwirkungen
Orale Antikoagulantien (z.B. Marcumar®) Mit Vorsicht Blutungsrisiko kann erhöht sein

Was tun bei Überdosierung von Sildenafil? Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Sofortige Einnahme stoppen.
  2. Notrufnummer 144 in Österreich wählen.
  3. Dem medizinischen Personal die eingenommene Dosis und den Zeitpunkt nennen.
  4. Keine weiteren Medikamente einnehmen, bis die ärztliche Abklärung erfolgt ist.
  5. Packung aufbewahren und zur Notfallaufnahme mitnehmen.

Typische Symptome einer Überdosierung: Anhaltende Erektion, niedriger Blutdruck, Krampfanfälle, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen.

Psychologische Unterstützung bei Erektionsstörungen

Erektile Dysfunktion ist weit verbreitet und betrifft Männer jeden Alters. Sie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern oft Ausdruck behandelbarer körperlicher oder seelischer Faktoren. Wer betroffen ist, sollte offen mit der Partnerin/dem Partner sprechen und bei Bedarf psychologische Hilfe in Anspruch nehmen – beispielsweise durch Sexualberatung, Paartherapie oder psychologische Betreuung. Es ist in Ordnung, sich Unterstützung zu holen.

Klinische Einschätzung von Dr. Markus Gruber: Wann ist Sildenafil sinnvoll und wo sind Grenzen?

Aus meiner klinischen Sicht profitieren am meisten jene Männer von Sildenafil, bei denen eine körperlich bedingte Erektionsstörung vorliegt und keine absoluten Kontraindikationen bestehen. Besonders günstig ist die Ausgangslage bei Patienten mit gut eingestelltem Bluthochdruck, stabilem Herz-Kreislauf-System und ohne gleichzeitige Nitrateinnahme. Auch Diabetiker mit vaskulär bedingter ED sprechen oft gut an.
Weniger geeignet ist Sildenafil für Männer mit schwerer Herzinsuffizienz, instabiler Angina pectoris oder nach frischem Herzinfarkt – hier überwiegen die Risiken. Auch bei überwiegend seelisch bedingten Störungen ("psychogene ED") sollte zunächst eine psychotherapeutische Unterstützung im Vordergrund stehen.
Die Entscheidung für oder gegen Sildenafil muss immer individuell und nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung getroffen werden. Alternative Medikamente (z.B. Tadalafil) bieten Vorteile bei Bedarf nach längerer Wirkdauer oder Unverträglichkeit. Wichtig ist die regelmäßige ärztliche Kontrolle, da sich Begleiterkrankungen oder Wechselwirkungen im Lauf der Zeit ändern können.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Sildenafil in Österreich

Wie lange dauert es, bis Sildenafil wirkt?
Die Wirkung setzt meist 30–60 Minuten nach Einnahme ein, vorausgesetzt es kommt zu sexueller Stimulation. Fettreiche Mahlzeiten können die Wirkung verzögern.
Wie lange hält die Wirkung von Sildenafil an?
In der Regel 4–6 Stunden. Die Wirkung klingt danach langsam ab; sexuelle Erregung bleibt Voraussetzung.
Ist Sildenafil in Österreich rezeptpflichtig?
Ja, Sildenafil darf ausschließlich mit ärztlichem Rezept in Apotheken abgegeben werden. Ein Erwerb ohne Verschreibung ist nicht erlaubt.
Was kostet Sildenafil in der Apotheke?
Der Preis variiert: Originalpräparat (Viagra®) kostet etwa 8–14 € pro Tablette, Generika meist 3–7 €. Preise schwanken je nach Packungsgröße und Hersteller.
Wer übernimmt die Kosten – zahlt die Krankenkasse?
Die gesetzlichen Krankenkassen in Österreich übernehmen die Kosten für Sildenafil in der Regel nicht. In Ausnahmefällen (z.B. bestimmte organische Ursachen) kann eine Kostenübernahme nach Einzelfallprüfung erfolgen.
Kann ich Sildenafil legal im Internet bestellen?
Nur über von österreichischen Behörden zugelassene Versandapotheken und mit gültigem Rezept. Angebote ohne Rezept oder von ausländischen Seiten sind illegal und gefährlich.
Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten auf?
Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Verdauungsbeschwerden und gelegentlich Sehstörungen. Seltene, aber ernste Nebenwirkungen wie Priapismus oder Sehverlust sind medizinische Notfälle.
Ist eine Abhängigkeit bei längerer Einnahme möglich?
Sildenafil macht körperlich nicht abhängig. Es kann jedoch zu psychischer Abhängigkeit kommen, wenn das Selbstvertrauen dauerhaft an die Wirkung des Medikaments geknüpft wird.
Kann ich Sildenafil mit anderen Medikamenten kombinieren?
Viele Wechselwirkungen sind möglich – vor allem mit Nitraten, bestimmten Blutdrucksenkern, HIV-Medikamenten und Antibiotika. Besprechen Sie alle Arzneimittel immer mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
Gibt es Alternativen zu Sildenafil?
Ja, andere PDE-5-Hemmer wie Tadalafil oder Vardenafil können je nach Situation besser geeignet sein. Bei Unverträglichkeit oder fehlender Wirkung stehen weitere Therapieoptionen zur Verfügung.

Quellenverzeichnis

Dr. Markus Gruber
Medizinisch geprüft von
Facharzt für Urologie · Klinischer pharmazeut · männergesundheit und erektile dysfunktion
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Wichtige medizinische Hinweise : Die Informationen auf dieser Website dienen ausschließlich zur Orientierung und können die Beratung durch einen Arzt oder anderes qualifiziertes medizinisches Fachpersonal nicht ersetzen. Auch wenn ein Produkt ohne Rezept erhältlich ist, ist es wichtig, die empfohlene Anwendung zu beachten und die Produktinformation sorgfältig zu lesen. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, Gegenanzeigen haben oder Fragen zur Behandlung haben, wenden Sie sich zur Beratung an einen Arzt oder eine Apotheke.

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